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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 21.02.2020

Vermieter darf bei Lärmbelästigung und Störungen auch langjährigem Mieter fristlos kündigen

Wenn ein Mieter Nachbarn immer wieder beschimpft und beleidigt, kann das eine fristlose Kündigung rechtfertigen, auch wenn das Mietverhältnis schon lange besteht. So entschied das Amtsgericht München (Az. 417 C 4799/19).

Ein Mieter wohnte seit über 25 Jahren in einer Ein-Zimmer-Wohnung. In jüngster Zeit war der Mann durch erhebliche Lärmbelästigungen unangenehm aufgefallen. Immer wieder hatte er dabei, wenn er Alkohol getrunken hatte, im Treppenhaus herumgeschrien, die Nachbarn mit üblen Schimpfwörtern traktiert und gegen Wohnungstüren geschlagen. Eine Abmahnung änderte an diesem Verhalten nichts. Nachdem der Mieter dann auch noch zwei Mal von der Polizei mitgenommen wurde, weil er sich nicht beruhigen ließ, kündigte ihm der Vermieter.

Das Gericht hielt die fristlose Kündigung für rechtmäßig. Besonders intensiv sei die Störung hier, weil der Mieter die Nachbarn rassistisch und sexistisch beleidigt und wiederholt an deren Türen geschlagen habe. Ein älterer Bewohner habe sich nicht mehr aus der eigenen Wohnung getraut, wenn sich der Mann im Treppenhaus aufgehalten habe. Es war dem Vermieter nicht zumutbar, das Mietverhältnis fortzusetzen, da der Mieter den Hausfrieden mit seinem Verhalten nachhaltig gestört habe.

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